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Langue:DeutschEnglish Last updated: 2026-10-23

Audio und Video: Formate und wesentliche Eigenschaften

Diese Seite legt für Ton- und Videoaufnahmen fest, in welchen Formaten Anton sie bevorzugt und akzeptiert, welche Eigenschaften erhalten bleiben müssen und was Anton davon heute misst oder prüft. Sie gehört zur Reihe je Formatkategorie (anton#687), nach den Bildern, PDF und Text. Die Festlegung ist vorläufig: Sie wird in der Praxis erprobt und nachgeführt, wo sie sich nicht bewährt.

Was hier steht, braucht Anton für drei Dinge: um zu dokumentieren, was eine Aufnahme ausmacht (NDSA Cn-1.1), um zu prüfen, ob sie das noch tut (Cn-2.1), und um nach einer Migration zu belegen, dass nichts Wesentliches verloren ging (media:migrate).

Formate

Audio

Stufe Format Bedingung
bevorzugt WAV bzw. Broadcast Wave (BWF) mit LPCM
bevorzugt FLAC
akzeptiert MP3, AAC (M4A), AIFF, Ogg Vorbis, Opus, WMA solange ffmpeg sie liest

Video

Stufe Format Bedingung
bevorzugt Originalcodec in einem gängigen Container, wie geliefert digital entstandenes Video
bevorzugt MKV mit FFV1 und FLAC Digitalisierung analoger Träger
bevorzugt MP4 mit H.264 wo Speicher knapp ist
akzeptiert MOV (auch ProRes), AVI, MPEG-2, MPEG-TS, MXF, WebM, WMV, MP4 mit HEVC oder AV1 solange ffmpeg sie liest

Bevorzugt sind beim Ton die unkomprimierten oder verlustfrei komprimierten Formate WAV/BWF und FLAC; so empfehlen es die NARA und die KOST. Bei Video zählt zuerst der Codec: Ein digital entstandenes Video wird nicht neu kodiert, denn jede verlustbehaftete Neukodierung verliert Information und kann Artefakte erzeugen (KOST). Bei der Digitalisierung analoger Träger entsteht der Master verlustfrei, als MKV mit FFV1 für das Bild und FLAC für den Ton (KOST); Memoriav und die Schweizerische Nationalphonothek empfehlen für den Ton 96 kHz und 24 Bit, die NARA mindestens 44,1 kHz und 16 Bit, besser 96 kHz und 24 Bit, für Video 10 Bit. MP4 mit H.264 ist die Wahl, wo ein verlustfreier Master zu viel Speicher braucht; Bewertungsentscheid, wie bei JPEG für Bilder.

Akzeptiert ist, wie bei den Bildern, was sich mit verbreiteten, quelloffenen Werkzeugen lesen lässt und voraussichtlich lesbar bleibt; für Ton und Video ist das ffmpeg, das auch ProRes, WMV und MXF dekodiert. Verlustbehaftet komprimierte Aufnahmen (MP3, AAC, H.264) werden nicht in ein verlustfreies Format umgewandelt: Der Verlust bleibt, die Datei wird nur grösser (KOST). Die NARA rät, WMV nach AVI umzuwandeln; nach dem Grundsatz bleibt es, bis ffmpeg es nicht mehr liest.

Ein Wechsel des Containers ist ohne Verlust möglich: Die Spuren werden unverändert in einen anderen Container verschoben, etwa von MOV nach MKV (KOST). Das ist die schonendste Form der Normalisierung.

Auch hier gilt: Ein Archiv führt möglichst wenige Formate.

Wesentliche Eigenschaften

Gruppiert wie bei der NARA nach Erscheinung, Struktur, Verhalten und Kontext. Die NARA verlangt, bei einer Umwandlung digital entstandenen Materials dieselben Abtastwerte, dieselbe Kanalbelegung und, wo das neue Format es erlaubt, dieselbe Kompression zu behalten.

Gruppe Eigenschaft gilt für Quelle
Erscheinung Breite und Höhe in Pixeln, Seitenverhältnis Video NARA
Bildrate, Zeilensprung Video NARA
Bittiefe und Farbunterabtastung Video NARA
Farbraum Video NARA
Struktur Dauer Audio, Video NARA
Zahl und Art der Spuren (Bild, Ton, Untertitel) Audio, Video NARA
Kanäle und Kanalbelegung (mono, stereo, 5.1) Audio, Video NARA
Abtastrate und Bittiefe Audio, Video NARA
Inhalt jeder Spur, wo das Format verlustfrei ist Audio, Video Anton
Codec und Kompression: festgehalten, nicht erhalten Audio, Video NARA, KOST
Verhalten Die Aufnahme lässt sich abspielen, Bild und Ton synchron. Audio, Video NARA
Kontext eingebettete Metadaten (Titel, Urheber, Aufnahmedatum, bei BWF die Kodierungsgeschichte) Audio, Video NARA

Codec und Kompression sind keine Eigenschaften, die erhalten bleiben müssen. Sie werden festgehalten, weil sie sagen, ob die anderen Eigenschaften verlustfrei vorliegen; und eine Migration soll sie nur ändern, wo es nötig ist.

Der Inhalt einer Spur lässt sich bei verlustfreien Formaten über eine Prüfsumme je Spur belegen, das Gegenstück zur Pixelsignatur bei Bildern: Bleibt sie nach einem Containerwechsel oder einer verlustfreien Umwandlung gleich, ist kein Bild und kein Sample verändert.

Was Anton misst und prüft

Stand: Version 0.111.1.

Eigenschaft Gemessen Geprüft
Container, Dauer, Zahl der Bild-, Ton-, Untertitel- und Datenspuren mit ffprobe bei der Übernahme; für ältere Aufnahmen trägt sie media:validate-formats nach nein
Bild: Codec, Breite und Höhe, Seitenverhältnis (SAR, DAR), Bildrate, Zeilensprung, Pixelformat und Bittiefe, Farbraum ebenso, für die erste Bildspur; ein Titelbild zählt nicht als Bildspur nein
Ton: Codec, Kanäle und Kanalbelegung, Abtastrate, Bittiefe ebenso, für die erste Tonspur nein
alle Spuren ebenso, je Spur eine Zeile mit Art und Codec nein
Inhalt jeder Spur nein (anton#717) nein
Abspielbar – bei der Übernahme liest ffprobe den Container; nachts mit media:validate-formats dekodiert ffmpeg jedes Bild und jedes Sample, jede Fehlermeldung zählt; dazu beim Erstellen der Nutzungskopie
Eingebettete Metadaten nein nein

Die gemessenen Werte stehen am Medium unter Technische Merkmale. Die älteren Angaben zu Dauer, Codec, Bitrate, Auflösung, Abtastrate und Seitenverhältnis bleiben daneben für den Memobase- und den RiC-Export; sie füllt media:extract-av-metadata.

Grenzen

  • Kennwerte im Einzelnen misst Anton nur für die erste Bild- und die erste Tonspur; weitere Spuren sind nur gezählt und mit Art und Codec aufgeführt.
  • Auf umberto fehlten am 23.10.2026 bei 769 von 771 Ton- und Videoaufnahmen die älteren Angaben für die Exporte; media:extract-av-metadata ist dort noch nie gelaufen.
  • media:migrate belegt bei Ton und Video nichts; die Pixelsignatur gibt es nur für Bilder, eine Prüfsumme je Spur fehlt (anton#717). Eine Regel, die Ton oder Video umwandelt, gibt es noch nicht.
  • Nutzungskopien entstehen als MP3 für Ton und als MP4 mit H.264, Posterbild und Vorschaubild für Video, aus allen Formaten oben, auch FFV1 und ProRes (anton#718). Der Upload nimmt sie an und behält ihre Endung.
  • «Abspielbar» heisst, ffmpeg dekodiert die Aufnahme ohne Fehlermeldung. Ob Bild und Ton gut sind, prüft es nicht.

Was eine Migration prüfen muss

Wandelt media:migrate eine Aufnahme um, muss danach gelten:

  • Dauer, Zahl und Art der Spuren, Kanäle, Abtastrate, Auflösung und Bildrate sind gleich.
  • Bei verlustfreiem Ziel (Containerwechsel, FFV1, FLAC) ist die Prüfsumme jeder Spur gleich.
  • Die eingebetteten Metadaten sind übertragen.
  • Die gelieferte Datei bleibt als Original, wenn das Ziel verlustbehaftet ist.

Quellen